1000 Jahre in einer Stunde

Die Stadt Haldensleben feiert 2016 ihren 1050. Geburtstag.

Der historische Kern der Stadt ist von einer 2100m langen Stadtmauer umgeben. Sie wurde ursprünglich von vier Toren unterbrochen. Mit zunehmender Entwicklung der Stadt entstanden im 13.Jh. die zwei, bis heute erhaltenen Tortürme: der Stendaler Torturm und der Bülstringer Torturm.

"Unser" Torturm wurde in der Zeit von 1250 bis 1260 erbaut und ist das älteste, noch erhaltene Gebäude in Haldensleben. Im Gegensatz zu den anderen Stadttoren hatte der Turm keine Durchfahrt, die Straße führt seitlich am Turm vorbei und wurde durch ein Tor abgeriegelt.

Der hochgelegene Eingang war nur über den Wehrgang der Stadtmauer erreichbar:

Das fensterlose Erdgeschoss diente zeitweilig als Gefängnis, später wurde es als Schafstall genutzt. Seit 1986 gibt es hier eine Ausstellung, in der anhand von Fotos und Reproduktionen alter Ansichtskarten dem Besucher die Entwicklung unserer Stadt nahegebracht wird:

            

In der zweiten Etage befindet sich der Aufenthaltsraum für die Wachmannschaft. Schlitzfenster und der rekonstruierte

Aborterker

waren einziger Komfort der Stadtverteidiger.Die Sitzgruppe wurde dem mittelalterlichen Mobilar nachempfunden. Dieser Raum blieb 700 Jahre baulich unverändert:

                     

                                                                   Foto: Christoph Weiss

Die dritte Etage war bis 1858 die letze. Sie wurde als Kampfplattform genutzt. Die Reste des Zinnenkranzes sind noch gut zu erkennen:

Nach der letzten Belagerung im Dreißigjährigen Krieg verlor die Stadtbefestigung ihre ursprüngliche Funktion und der Torturm wurde später zum Uhrenturm. Die noch funktionstüchtige Turmuhr der Firma Weule von 1911 kann heute als letzte Station der Turmbesteigung besichtigt werden. Sie ist unser ganzer Stolz:

Als es noch keine Tagespresse gab, wurden die Tortürme genutzt,um

die Bürger mit Anordnungen bekannt zu machen: